
Ob als Konzert- und Partyveranstalter, Fanzine-Macher, Designer oder Paten von Jugendprojekten in den neuen Bundesländern, SCHWARZ AUF WEISS definieren sich nie alleine über den einzelnen Song oder die einzelne Platte.
Die Arbeitsweise von SCHWARZ AUF WEISS beruft sich vielmehr auf alte Punk- und Agitpop-Traditionen. Kein Wunder also, dass Jello Biafra sie für gemeinsame Aufnahmen ins Studio bat und ihre Auftritte nicht selten tumultartige Szenarien im Anschluss provozieren. Diskurs-Pop und Studentenlyrik wird man in diesem System vergeblich suchen. Vielmehr nähert man sich beim Bremer Kollektiv mit parolenhaften Textcollagen dem Inhalt an.
Auf ihrer dritten CD „Hurra, System!“ haben SCHWARZ AUF WEISS diese Arbeitsweise perfektioniert. Aber Vorsicht! Wer Songs wie „Nero Burning Deutschland“ oder „Retro“ ironiefrei wahrnimmt, ist bereits auf dem Holzweg.
Mit einem Bastard aus Soul-, Punk- und Garagenhymnen führt der Weg zum Kampf direkt über die Tanzfläche.
Ob Wiedervereinigungswirren, persönliche Einbrüche oder Musikhommage, die sieben Mittzwanziger schlagen einen breiten Themenkatalog auf, der doch nicht mehr als eine Momentaufnahme des Hier und Jetzt sein will.
Produziert wurde „Hurra, System!“ im Mai 2004 in den Düsseldorfer Wildwood Studios von Max Stamm, der auch für die Mithilfe der Elektro-Tüftler von Mouse on Mars sorgte.
Am 14.10.2006 gaben Schwarz auf Weiss ihr Abschiedskonzert im Bremer Schlachthof. Mit ihren Freunden der Bremer Scumpies und den Spittin` Vicars brachten sie die Halle ein letztes mal zum Kochen. Zwar war die Wehmut spürbar, aber es war ein würdiger und lauter Abschluss einer Bandkarriere, wie man ihn erträumt.
